Vivantes-Klinikum Spandau öffnet nach Aufnahmestopp Rettungsstelle wieder

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Inzidenz steigt auf 63,8 – 497 NeuinfektionenAm Freitag meldete die Senatsverwaltung für Gesundheit einen weiteren Anstieg der 7-Tage-Inzidenz auf 63,8. Am Donnerstag lag sie bei 61,6, am Mittwoch bei 60,4. 497 Neuinfektionen wurden registriert und neun Todesfälle kamen hinzu. Die Ampel für die Intensivbetten-Auslastung steht weiter auf Gelb. Derzeit werden 18,1 Prozent der Betten von Covid-Patienten…

Vivantes-Klinikum Spandau öffnet nach Aufnahmestopp Rettungsstelle wieder
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Inzidenz steigt auf 63,8 – 497 Neuinfektionen

Am Freitag meldete die Senatsverwaltung für Gesundheit einen weiteren Anstieg der 7-Tage-Inzidenz auf 63,8. Am Donnerstag lag sie bei 61,6, am Mittwoch bei 60,4. 497 Neuinfektionen wurden registriert und neun Todesfälle kamen hinzu. 

Die Ampel für die Intensivbetten-Auslastung steht weiter auf Gelb. Derzeit werden 18,1 Prozent der Betten von Covid-Patienten benötigt. Der Wert ging in den vergangenen Tagen leicht zurück (Montag: 19,4 Prozent). Fällt er unter 15 Prozent, schlägt die Ampel auf Grün um.

2,92 Prozent der Berlinerinnen und Berliner haben ihre zweite Impfung erhalten. 4,46 Prozent haben die erste Dosis bereits erhalten. Insgesamt sind bislang 278.242 Dosen verabreicht worden.

Nach Aufnahmestopp: Vivantes-Klinikum Spandau öffnet Rettungsstelle wieder

Ab Montag, den 1. März, nimmt das Vivantes-Klinikum Spandau wieder an der Notfall-Versorgung Berlins teil. Feuerwehr und ambulante Dienste können Patienten wieder in die Rettungsstelle fahren. Die Rettungsstelle der Psychiatrie bleibt davon ausgenommen, teilte der landeseigene Vivantes-Konzern mit.

Zuletzt waren im Spandauer Klinikum über 50 Fälle der Mutante B117 nachgewiesen worden, sodass das Klinikum einen Aufnahmestopp verhängt hatte. Auch das Humboldt-Klinikum in Reinickendorf war wegen festgestellten Fällen isoliert worden, die Quarantäne ist seit Anfang Februar wieder aufgehoben. (Hannes Heine)

Weitere Hintergründe zur B117-Mutation in Berliner Krankenhäusern lesen Sie in diesem Text:

Brandenburg: Lockerungen künftig nicht nur anhand der Inzidenzzahl planen

Brandenburg plant weitere Lockdown-Lockerungen nicht nur anhand einer starren Inzidenzzahl bei Corona-Neuinfektionen. Auch weitere Faktoren wie die erreichte Impfquote und die Belastung des Gesundheitssystems müssten berücksichtigt werden, sagte Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) am Freitag bei einer Videokonferenz mit den Brandenburger Handwerks- sowie Industrie- und Handelskammern vor den Beratungen der Länderchefs mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) am 3. März. „Wir müssen noch eine Weile mit dem Virus leben, aber wir können den Lockdown nicht ewig aufrecht erhalten“, sagte Woidke. Ganz sicher müsse man aber bis weit ins zweite Quartal sehr vorsichtig sein.

Wichtig sei bei allen weiteren Gesprächen und Konzepten die Wirtschaft zu beteiligen, um allen Branchen so schnell wie möglich eine Rückkehr in Arbeit und Ausbildung zu ermöglichen, betonte Robert Wüst, Präsident des Handwerkskammertages Land Brandenburg. (dpa)

Impftermine in Brandenburg können nun online gebucht werden

In Brandenburg ist seit Freitag die Online-Vergabe für Corona-Impftermine möglich. Brandenburger im Alter von 18 bis 64 Jahren, die impfberechtigt seien, könnten auf der Plattform www.impfterminservice.de einen Termin für die Impfung mit Astrazeneca buchen, teilte das Gesundheitsministerium am Freitag mit. 11 280 Termine für Onlinebuchungen seien freigeschaltet worden.

In Impfzentren werden nur Personen geimpft mit einer Bescheinigung des Arbeitgebers oder einem ärztlichen Attest. Mit den Lieferzusagen der Hersteller könne beim Impfen wieder deutlich Fahrt aufgenommen werden, sagte Gesundheitsministerin Ursula Nonnemacher (Grüne). Online könnten nur so viele Termine angeboten werden, wie gesichert Impfstoff für die Impfzentren zur Verfügung stehe, sagte Holger Rostek, Vorstand der Kassenärztlichen Vereinigung Brandenburg (KVBB).

Derzeit können sich im Land alle 18- bis 64-Jährigen der Priorisierungsstufe 1 sowie erste Personengruppen im Alter von 18 bis 64 der Priorisierungsstufe 2 mit Astrazeneca impfen lassen. Dazu zählen Mitarbeiter in der ambulanten, teilstationären und stationären Altenpflege, in medizinischen Einrichtungen mit besonders hohem Ansteckungsrisiko oder Menschen, bei denen aufgrund einer Vorerkrankung hohes Risiko für einen schweren oder tödlichen Krankheitsverlauf nach einer Infektion mit dem Coronavirus SARS CoV-2 besteht. Dazu kommen Mitarbeiter in Kinderbetreuungseinrichtungen oder Grundschulen. (dpa)

Brandenburg: Friseure, Blumengeschäfte und Gärtnereien ab Montag offen

Mit Auflagen können Baumschulen, Gärtnereien und Blumengeschäfte ab Montag in Brandenburg öffnen. Auch Friseure stünden ab dann wieder für die Kunden bereit, teilte das Gesundheitsministerium am Freitag mit. Die Sechste SARS-CoV-2-Eindämmungsverordnung sei vom Kabinett entsprechend geändert worden.

In Baumschulen, Gartenfachmärkten, Gärtnereien und Floristikgeschäften müsse die Verkaufsfläche überwiegend unter freiem Himmel liegen. Verkaufsflächen, die sich in geschlossenen Räumen befinden, müssen weniger als 50 Prozent der Gesamtverkaufsfläche betragen. Baufachmärkte bleiben für den allgemeinen Publikumsverkehr grundsätzlich geschlossen – jedoch dürfen angeschlossene Gartencenter im Freien vollständig öffnen. Blumenläden müssen mehr als 50 Prozent ihrer Verkaufsflächen unter freiem Himmel haben. Individuelle Hygienekonzepte zur Einhaltung des Abstandsgebots müssen vorgelegt werden. Kunden sind verpflichtet, eine medizinische Maske zu tragen, beim Personal ist eine Mund-Nasen-Bedeckung vorgeschrieben. Friseure müssen die Daten der Kunden erfassen, um Kontakte nachzuverfolgen. (dpa)

Corona-Regeln: Polizei hat am Wochenende auch die Parks im Blick

Die Polizei will am Wochenende in Berlin wieder die Einhaltung der Corona-Schutzmaßnahmen kontrollieren. Die Beamten haben dabei auch die innerstädtischen Stadtparks im Blick, wie ein Sprecher der Polizei am Freitag sagte. Am vergangenen Wochenende seien im Volkspark Friedrichshain, im Mauerpark, im Park am Gleisdreieck und im Görlitzer Park viele Menschen unterwegs gewesen.

Im Mauerpark hätten am Sonntagnachmittag bis zu 7000 Besucher gleichzeitig die warmen Temperaturen genossen. Die Polizei führte zeitweise Einlasskontrollen durch. Die Leute hätten sich weitestgehend an die Regeln gehalten, sagte der Sprecher. An den Wochenenden überprüften abends bis zu 100 Kräfte die Einhaltung der Corona-Regeln.

In Berlin und Brandenburg steht ein kühles Wochenende vor der Tür. Am Samstag rechnet der Deutsche Wetterdienst (DWD) mit 7 bis 10 Grad. Im Tagesverlauf soll sich zunehmend die Sonne zeigen. In der Nacht sollen die Temperaturen auf 3 bis 0 Grad sinken. Für Sonntag erwarten die Wetterexperten häufig Sonnenschein. Die Temperaturen sollen 9 bis 11 Grad erreichen. (dpa)

IBB zu Novemberhilfen: Knapp 60 Prozent ausgezahlt

Die Investitionsbank Berlin (IBB) hat inzwischen Novemberhilfen in Höhe von 227 Millionen Euro ausgezahlt. Das entspreche knapp 60 Prozent des beantragten Fördervolumens, teilte die IBB am Freitag mit. Mit rund 23 700 bearbeiteten Anträgen seien demnach rund 83 Prozent des Bestands abgearbeitet. Zu den Dezemberhilfen äußerte sich die IBB zunächst zurückhaltender. Hier seien bislang rund 24 100 Anträge eingegangen, hieß es. Drei Viertel davon wurden laut IBB inzwischen abgearbeitet. Fördersummen nannte sie am Freitag aber nicht.

Aufgrund der schleppenden Auszahlungen waren Bund und Länder in die Kritik geraten. Die Hilfsanträge mussten die betroffenen Unternehmen in der Corona-Krise beim Bund einreichen. Die Investitionsbank konnte eigenen Angaben zufolge erst Wochen später auf die Daten zugreifen. Für Montag kündigte sie einen weiteren Bearbeitungsschub an.

Seit Mitte Februar können Unternehmen auch Anträge für das dritte Überbrückungshilfsprogramm des Bundes stellen. Hier seien für Berlin bislang 1300 Anträge eingegangen. Bei der Neustarthilfe für Soloselbstständige liegen demnach 8600 Anträge vor.

Mit den Hilfen will der Bund Unternehmen, Selbstständige und Vereine unterstützen, die von den Schließungen ab 2. November 2020 zur Bekämpfung der Corona-Pandemie betroffen sind. Bei den November- und Dezemberhilfen schießt die Bundesregierung dabei bis zu 75 Prozent des jeweiligen Vorjahresumsatzes bei. (dpa)

Impfkampagne für Berliner Polizei soll kommende Woche anlaufen

Die vom Senat angekündigte Corona-Impfung von 12 000 Berliner Polizisten soll in der kommenden Woche anlaufen. Zunächst werden dann die sogenannten Impfcodes für 24 000 Dosen versandt, mit deren Hilfe die Beamten einen Termin vereinbaren können. Die Impfung selbst solle sich dann schnellstmöglich anschließen, teilte das Polizeipräsidium am Freitag auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mit.

Die Polizeibeamten sollen ähnlich wie Angehörige der Feuerwehr, Ärzte oder Erzieher den Impfstoff Astrazeneca und Termine im Impfzentrum am ehemaligen Flughafen Tegel erhalten. Die Impfungen sind freiwillig. Nach Angaben eines Polizeisprechers gibt es unter den Polizisten eine hohe Nachfrage nach schnellstmöglicher Impfung. (dpa)

Brandenburgs Bildungsministerium stellt Grundschullehrern Masken zur Verfügung

Für mehr Sicherheit im Unterricht stellt das Bildungsministerium den Lehrern in den Brandenburger Grundschulen mehr Masken zur Verfügung. Das Ministerium werde neben den bereits beschafften FFP2-Masken umgehend auch die Beschaffung medizinischer Masken für die Lehrkräfte ermöglichen, heißt es in einem gemeinsamen Schreiben von Staatssekretärin Ines Jesse und dem Hauptpersonalrat vom Freitag an alle Lehrer. Dabei gehe es um zwei kostenlose Masken pro Tag pro Lehrkraft für die nächsten zwölf Schulwochen. Wenn in Einzelfällen trotz verkleinerter Gruppen nicht genug Abstand gehalten werden könne, seien auch Abtrennungen aus Plexiglas möglich.

Seit vergangenem Montag sind die Grundschulen in Brandenburg wieder für den Wechselunterricht zwischen der Schule und zu Hause geöffnet. Der Hauptpersonalrat der Lehrkräfte hatte vor Risiken gewarnt, kostenlose Masken für alle Lehrer und Schüler und mehr Schnelltests gefordert. Er warnte auch vor personellen Engpässen. Das Ministerium und die Personalvertretung vereinbarten, dass ein Teil der Arbeitszeit von Lehrkräften für Fernunterricht genutzt werden soll, die wegen Vorerkrankungen nicht in der Schule voll eingesetzt werden können. (dpa)

Rund 2000 Polizisten in Brandenburg geimpft

Nach knapp zehn Tagen sind in Brandenburg bereits rund 2000 Polizisten gegen das Coronavirus geimpft worden. Das teilte der Sprecher des Innenministeriums, Martin Burmeister, am Freitag in Potsdam mit. „Während in anderen Ländern noch diskutiert wird, wie es gehen soll, hat in Brandenburg schon ein Viertel der Polizei die Impfung bekommen“, sagte Innenminister Michael Stübgen (CDU). Dafür gehe ein Dank vom Innen- ans Gesundheitsressort. Der Schutz ist für Einsatzkräfte bestimmt, die einem hohen Infektionsrisiko ausgesetzt sind wie Polizisten auf Anti-Corona-Demos oder Streifenbeamte. Bei einigen Einsätzen wurden Polizisten zum Beispiel angespuckt. Die Impfungen sind möglich, weil genug Dosen des Herstellers Astrazeneca zur Verfügung standen, die sonst möglicherweise verfallen könnten.

Erste Impfeinladungen an Brandenburger über 85 verschickt

In Brandenburg sind die ersten 17 000 Briefe mit Einladungen für Corona-Impfungen an über 85-Jährige verschickt worden. Die nächsten 35 000 Briefe folgen in der kommenden Woche, teilte das Gesundheitsministerium am Freitag mit. Über eine Sondernummer können die Angeschriebenen einen Impftermin in einem der Testzentren vereinbaren. Für die Schreiben wird auf Daten der Einwohnermeldeämter zurückgegriffen. Die Impfungen sind ab 8. März geplant.

Gesundheitsministerin Ursula Nonnemacher (Grüne) sagte, sie freue sich, dass wieder ausreichend mRNA-Impfstoffe vorhanden seien, um den besonders gefährdeten Menschen im Alter über 80 Jahren ein persönliches Impfangebot unterbreiten zu können. Damit es nicht zu unnötigen Wartezeiten am Telefon komme, erhielten nicht alle gleichzeitig einen Brief, sondern die Bürger würden nach und nach angeschrieben. Peter Noack, Vorstandsvorsitzender der Kassenärztlichen Vereinigung Brandenburg (KVBB), sagte: „Bitte haben Sie Verständnis, wenn es aufgrund der hohen Impfbereitschaft dennoch zu Wartezeiten kommen sollte.“

Laut Coronavirus-Impfverordnung des Bundes gehören alle Personen, die das 80. Lebensjahr vollendet haben, zur Priorisierungsstufe 1. (dpa)

Lockerungen im Breitensport zunächst nicht vorgesehen



Noch gibt es keine Lockerungen für den Berliner Sport. „Wir müssen abwarten, was der 3. März bringt“, weist Sportstaatssekretär Aleksander Dzembritzki auf das nächste Gespräch der Ministerpräsidenten mit der Bundeskanzlerin im Sportausschuss im Abgeordnetenhaus hin. Es gebe einen Sechs-Stufen-Plan, aber eine Öffnung werde abhängig davon sein, wie sich die Inzidenzen entwickelten. Inzidenzen mit über 50 aber würden Lockerungen nicht zulassen. 

Als erstes soll dann der Kinder- und Jugendsport wieder möglich sein. Dann soll Sport im Freien weiter freigegeben werden, möglicherweise in kleinen Gruppen. Und „irgendwann“ könne man Mannschaftssport zunächst im Trainingsbereich zulassen. Erst später sollen die Hallen wieder geöffnet werden. „Am Anfang können wir alles nur mit Abstand genehmigen“, sagt Dzembritzki. Zuschauer würden zunächst im Außen-, dann im Innenbereichen zugelassen. Und in allen Sportanlagen müsse es Hygienekonzepte geben. 


Dzembritzki betont, dass der Sport in Berlin sich vorbildlich während der Pandemie verhält. Die Inzidenzen aber würden wegen der Mutationen derzeit wieder steigen. Der Sport sei nicht der Hotspot, aber das „Drumherum“ bei den Anlagen, wo sich zum Beispiel kleine Gruppen treffen würden. Das sei ihm in Einzelfällen zugetragen worden. Der Individualsport sei jedoch  nicht eingeschränkt. Es ärgere ihn, dass „wir massiv im Wettstreit mit anderen Bundesländern sind“. Schleswig-Holstein habe gelockert, aber Flensburg in dem Bundesland sei „dicht“ gemacht worden wegen der hohen Inzidenzen. „Einfach mal loslassen und gucken, was passiert geht an der Realität vorbei“, weist Dzembritzki auf die Überlastung der Krankenhäuser hin. „Das Virus ist mit brutaler Härte in der Stadt.“ Und die Verwaltung arbeite „mit Hochdruck“ während der Pandemie, um alles „auf die Reihe zu bringen, was notwendig ist“. 

Um Einheitlichkeit bei Sportöffnungen mit anderen Bundesländern herzustellen, könne man nur Politikern anderer Länder die Sonderrolle einer Metropole wie Berlin erklären. Es sei misslich, wenn diesbezüglich Flächenländer ausbrechen. „Das ist unsportlich“, betont Dzembritzki. 

„Es kann nicht sein, dass Tennisvereine in die Einrichtungen nicht reinkommen und trotzdem Pachtzahlungen zu leisten haben“, kritisiert FDP-Politiker Stefan Förster. Er appelliert dafür, dass Zahlungen gestundet werden, da die Vereine derzeit keine Gegenleistungen erhielten. Der Staatssekretär will darüber mit den Bezirken sprechen. 

Die FDP hatte bereits einen Stufenplan im Abgeordnetenhaus eingereicht, der auch den Sportbereich mit einschließt. Darüber wurde während einer Plenarsitzung schon diskutiert. Im Sportausschuss ist er heute abgelehnt worden – von SPD, Linken und Grünen. CDU und AfD haben sich enthalten. „Alles was jenseits der Inzidenz 50 ist, ist nicht realisierbar“, betont Dzembritzki. Über weitere Lockerungen könne man nur bei längeren stabilen Inzidenzen nachdenken. Darüber sei man im engen Austausch mit dem Landessportbund. 

Der AfD-Abgeordnete Frank Scheermesser kann die Haltung „Abwarten, Abwarten, Abwarten“ des Senats nicht verstehen. Es gebe doch hinreichend Schnelltests, um Infektionen zu verhindern. Amateursport sei für die Gesundheit wichtig. Er erwartet vom Senat, „dass hier mehr kommt“ und neue Wege zu gehen, um Breitensport wieder zuzulassen. Amateurvereine könnten im Jugendbereich in einigen Bundesländern zum Beispiel wieder trainieren. 

Die Grünen-Abgeordnete Nicole Ludwig lehnt eine Sonderrolle des Senats ab. Man müsse vorsichtig vorgehen angesichts der Virusmutationen. Der Sport in Berlin gehe diesen Weg mit. „Aber es muss an Perspektiven gearbeitet werden“, betont Ludwig. 

 Linken-Politiker Philipp Bertram wirft Scheermesser „populistisches Gequatsche“ vor. Ja, die Teststrategie könne besser sein, die Impfungen könnten schneller vorangehen. „Wir müssen aber versuchen Dinge in Einklang bringen“, warnt Bertram vor zu schnellen Lockerungen, um die Pandemie zu bekämpfen. Trotzdem brauche der Sport eine Perspektive. Scheermesser weist in der Debatte das Zitat „populistisches Gequatsche“ zurück. 

Stephan Standfuß, Sportpolitiker der CDU-Fraktion, erwartet vom Senat die Vorlage eines Stufenplanes als zeitliche Perspektive für die Vereine. Er hofft, dass es bald Öffnungen für den Sport gebe. Der SPD-Abgeordnete Dennis Buchner spricht von Hygienekonzepten, die vor dem Herbst in vielen Branchen aufgelegt worden waren. Trotzdem habe es eine zweite Pandemiewelle gegeben. Auch im Profisport gebe es Ansteckungen trotz Hygienekonzepten. „Ich rate allen zur Geduld. Wir sind inzwischen beim Impfen, aber viel zu langsam, wie ich finde“, sagt Buchner. Er sei sich sicher, dass eine Öffnung auch im Sport vorbereitet werde. Dafür gebe es Stufenpläne, die die Sportministerkonferenz verabschiedet hatte. Und er hoffe, dass es keinen „Überbietungswettbewerb“ der Parteien gebe, wann welcher Sport wieder erlaubt ist

Mehr als 270 Forschungsprojekte zu Corona in Berlin

Mehr als 270 Corona-Forschungsprojekte laufen derzeit an Berliner Hochschulen und Forschungsinstituten. Unter anderem werde untersucht, wie das Coronavirus in Zellen gelange und welche Auswirkungen die Pandemie auf die psychische Gesundheit von Schülern habe, teilte die Berliner Senatskanzlei am Donnerstag mit. 

“Ihre Erkenntnisse nutzen wir auch weiterhin für die Arbeit des Senats, um unsere Stadt gut durch die Corona-Krise zu steuern“, sagte der regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD) mit Blick auf die Arbeit der Wissenschaftler. Alleine von der Freien Universität Berlin seien 96 Projekte gemeldet worden. Zusammengearbeitet werde unter anderem mit der US-amerikanischen Harvard-Universität und der südkoreanischen Sungkyunkwan Universität in Seoul. (dpa)

Zahlen aus Berlins größtem Labor: B.1.1.7-Mutation in 37 Prozent positiver Corona-Proben

Brandenburg will Projektchef für Corona-Impfungen einsetzen

Mitten in der Planung für eine Beschleunigung der Corona-Schutzimpfungen soll in Brandenburg ein Impf-Projektleiter an den Start gehen. “Das wird zum 1.3. so stattfinden”, sagte Gesundheitsministerin Ursula Nonnemacher (Grüne) am Donnerstag. Die “Märkische Oderzeitung” und die “Lausitzer Rundschau” hatten zuvor im Internet berichtet, Carsten Saß solle Impfbeauftragter werden. Er war bis 2020 Beigeordneter für Soziales und Gesundheit des Landkreises Dahme-Spreewald.

Nonnemacher sagte, als Leiter des Projektbüros solle er die Beschlüsse des Lenkungsgremiums ausführen, in dem Landesregierung, Kassenärztliche Vereinigung, Deutsches Rotes Kreuz, Krankenhausgesellschaft und Kommunen vertreten sind.

Die Impfungen waren in Brandenburg mit Schwierigkeiten gestartet, die zentrale Hotline war überlastet. Dann sorgte die Verzögerung von Impfstofflieferungen für Probleme. Bisher lieferten Biontech, Moderna und Astrazeneca insgesamt rund 260.000 Impfstoffdosen – über 168 .000 wurden nach Angaben des Ministeriums bis zum Mittwoch in Brandenburg verabreicht. In den kommenden Wochen sollen deutlich mehr Lieferungen kommen – und das Tempo der Impfungen soll mehr Fahrt aufnehmen. (dpa)

Zahl der Corona-Neuinfektionen leicht gestiegen – 510 neue Fälle

In Berlin ist die Zahl der Corona-Neuinfektionen wieder leicht gestiegen. Am Donnerstag meldete die Gesundheitsverwaltung 510 neue Fälle. Am Vortag waren 483 neue Infektionen registriert worden.

Die Sieben-Tage-Inzidenz liegt nun laut Lagebericht bei 61,6 (Vortag 60,4). Der Wert gibt die Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche an.

Nachdem der Wert längere Zeit deutlich sank, kehrte sich der Trend zuletzt wieder um. Die entsprechende Corona-Ampel bleibt damit weiter auf Rot. Auf Gelb würde sie erst ab einem Wert von 30 springen, auf Grün ab 20.

Die Inzidenz fällt in den Berliner Bezirken unterschiedlich aus. Mit 42,1 kommt Lichtenberg derzeit auf den niedrigsten Wert. Den höchsten gibt es in Mitte mit 90,5.

Seit Beginn der Pandemie vor einem Jahr erkrankten laut Lagebericht 128.446 Menschen, davon gelten 120.264 als genesen. 2805 Berliner sind bereits gestorben, darunter sind 24 neue, am Donnerstag gemeldete Todesfälle.

Die Berliner Corona-Ampel steht beim Anteil der mit Covid-19-Patienten belegten Intensivbetten weiter auf Gelb. Er ist aber gesunken und beträgt aktuell 18,4 Prozent (Vortag 19,1 Prozent). Bei 25 Prozent würde das Ampelsignal auf Rot springen.

Die Reproduktionszahl ist dagegen im grünen Bereich: Der sogenannte R-Wert, der angibt, wie viele Menschen ein Infizierter im Schnitt ansteckt, sank von 0,88 am Mittwoch auf 0,81. (dpa)

So viele Menschen waren zum jeweiligen Zeitpunkt wegen Corona in der Hauptstadt Krankenhaus. Außerdem zeigt das Diagramm, wie viele davon auf der Intensivstation waren.

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Beschäftige in Schulen und Kitas werden kostenfrei in Arztpraxen getestet

Die Berliner Bildungsverwaltung hat mit der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) Berlin vereinbart, dass sich alle Mitarbeiter von Schulen und Kitas ab heute kostenlos in Arztpraxen auf das Coronavirus testen lassen können. Vorerst soll das Angebot bis zum 11. März gelten. In mehr als 200 Praxen der KV sollen sich die Mitarbeiter zweimal wöchentlich testen lassen können. 

Das Personal benötigt dazu von der jeweiligen Schul- oder Kita-Leitung einen Berechtigungsschein, der für jeden Test ausgestellt wird. Kitas und Kindertagespflegepersonen erhalten einen Vordruck mit dem nächsten Trägerschreiben. Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD) sagte: “Wir haben an unseren Schulen mit den Schnelltests für Lehrkräfte begonnen. Darüber hinaus können wir unseren Beschäftigten sowie Kita-Personal und Kindertagespflegepersonen, die noch nicht geschult werden können, kostenfreie Schnelltests in Berliner Arztpraxen anbieten.”

Die ersten Schulungen für das Testpersonal an Schulen sind zu Wochenbeginn angelaufen. Diese werden von Hilfsorganisationen unter Leitung des Berliner Deutschen Roten Kreuz an Schulen durchgeführt, ergänzend stehen Online-Videos zur Verfügung.

Potsdam startet kostenloses Schnelltest-Programm

Till Brönner: Viele Künstler wissen nicht mehr, wofür sie noch üben

Die Corona-Pandemie hat aus Sicht des Musikers Till Brönner eine Sinnkrise bei Künstlerinnen und Künstlern ausgelöst. „Viele Künstler wissen nicht mehr, wofür sie noch üben“, sagte der Jazz-Trompeter am Donnerstag in Berlin während einer Diskussionsrunde „Kulturarbeit – Neustart nach der Pandemie“ der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände. Brönner geht davon aus, dass wegen fehlender Finanzen nach einem Ende der Pandemie vor allem junge Künstler Probleme haben werden. „Newcomer werden das Nachsehen haben.“

Der Präsident des Deutschen Bühnenvereins, Hamburgs Kultursenator Carsten Brosda, verwies darauf, dass der Umsatzeinbruch in der Kulturszene nur noch vom der Luftfahrtindustrie übertroffen werde. „Es fehlt ein solidarisches Sicherungssystem“, sagte Brosda. Aus seiner Sicht muss die Frage der gesellschaftlichen Relevanz von Kultur in den Blickpunkt gerückt werden. Dafür müssten auch Schwellen abgebaut werden. Wer im Theater und in Museen war, werde auch wiederkommen.

Katja Lucker vom Musicboard Berlin fragte, „was ist die Kultur diesem Land wert“? Künstlerinnen und Künstler arbeiteten immer, auch während eine Zeit wie der Corona-Pandemie. Deswegen seien Hinweise auf Grundsicherung wie Hartz IV „etwas Furchtbares“. Lucker verwies zudem auf langfristige Folgen der Pandemie. So würden bereits zahlreiche Orte der Kunst wegbrechen, weil Mieten nicht mehr bezahlt werden könnten. „Politik und Wirtschaft müssen Kultur noch über Jahre unterstützen“, sagte Lucker. (dpa)

Übernachtungszahlen in Jugendherbergen dramatisch eingebrochen

Die Corona-Pandemie und der Lockdown haben die Gästezahlen in den Berliner und Brandenburger Jugendherbergen dramatisch im vergangenen Jahr einbrechen lassen. 2020 müsse im Vergleich zu 2019 ein Rückgang um 70 Prozent verkraftet werden, teilte der Landesverband Brandenburg des Deutschen Jugendherbergsverband am Donnerstag mit. 2020 wurden 118.000 Gäste gezählt – nach noch 386.000 im Jahr 2019.

Schrittweise werde auf die Rückkehr in den Normalbetrieb gehofft, hieß es. Klassenfahrten seien dabei der wichtigste Faktor. Es gehe vor allem darum, Kinder und Jugendliche, erlebnispädagogisch zu betreuen. „Gerade vor dem Hintergrund des langen Lockdowns wünschen wir uns von der Politik, die Bedürfnisse der Schülerinnen und Schüler nach informellem Lernen auf Klassenfahrten zu berücksichtigen“, wurde betont.

Der Landesverband mit seinen 17 Häusern in Berlin und Brandenburg musste vor allem durch ausbleibende Klassen- und Gruppenfahrten Verluste von 7,4 Millionen Euro im Vorjahr hinnehmen. 2019 lagen die Erträge bei 13 Millionen Euro. Ohne Normalbetrieb können sich die Jugendherbergen aus eigener Kraft nicht halten. Die Schließung der Häuser sei coronabedingt vorübergehend, keines bleibe dauerhaft geschlossen.

Bis Sommer 2022 können für Familien und Klassenfahrten flexible Stornobedingungen genutzt werden: coronabedingte Absagen bis einen Tag vor Anreise sind kostenfrei möglich.

Jugendherbergen wurden im Vorjahr auch für andere Nutzungen bereitgestellt. In der Einrichtung Bremsdorfer Mühle (Landkreis Oder-Spree) übernachteten Soldaten im Einsatz gegen die Afrikanische Schweinepest, die Jugendherberge Berlin-International wurde zur Obdachlosenunterkunft. (dpa)

Neuköllner Amtsarzt Savaskan: Selbsttests sollten kostengünstig sein

Berliner Amtsärzte plädieren dafür, Schnelltests zum Selbermachen in der Pandemie gegen eine geringe Schutzgebühr abzugeben. „Also quasi fast kostenlos, ähnlich wie bei Rezeptgebühren. Sonst schaffen wir soziale Unterschiede der Bewegungsfreiheiten“, sagte Nicolai Savaskan, Amtsarzt in Neukölln. Menschen, die dann noch durch das Raster fielen, bräuchten Extra-Hilfe. Die ersten Schnelltests für die eigene Anwendung war am Mittwoch in Deutschland zugelassen worden.

Savaskan plädierte für klare Konzepte, sobald genug Tests zum Selbermachen zur Verfügung stehen. „Der Lockdown zerrt an den Nerven. Wenn man die Selbstverantwortung fördert und den Sinn dieser Maßnahmen für mehr Freiheiten kommuniziert, dann wird das auch angenommen“, sagte der Mediziner. Das funktioniere besser als Sanktionen, weil Menschen dann kooperierten.

In Pflegeheimen sähen Berlins Amtsärzte durch das Impfen quasi keine schweren Fälle mehr, ergänzte er. In Schulen und Kitas erhöhe sich durch schrittweises Öffnen aber gerade die Übertragungswahrscheinlichkeit. In einer Nutzen-Schadensabwägung sollten sie aber öffnen. „Das muss dann aber mit Public Health Maßnahmen wie Schnelltests begleitet werden, auch wenn die nicht perfekt sind“, ergänzte Savaskan. Es sei eine Risikominimierung, die eine gewisse Kontrolle des Alltags ermögliche. Die Bereitschaft dazu sähen Amtsärzte unter anderem bei Eltern, Schülern, Lehrern und Erziehern. „Die möchten diese Kompetenz auch in ihrer Hand.“

Savaskan kann sich auch vorstellen mit Hilfe von Schnelltests zeitnah weitere Öffnungen zu wagen. Für ihn wäre das unter anderem eine Chance für körpernahe Dienstleister wie zum Beispiel Kosmetikerinnen. Selbst bei Restaurants, die innen eine Raumluft wie draußen schaffen könnten, sei ein Öffnen mit Schnelltest-Check denkbar, meint Savaskan. Wenn ein Lokal diese Lüftung nicht leisten könne, sei in der Konsequenz aber nur Außengastronomie möglich.

Uni-Forscher haben den Nutzen von Schnelltests simuliert. „Ein breiter Einsatz in der Bevölkerung mit zwei Schnelltests für jeden pro Woche würde uns ersparen, den Lockdown restriktiver zu machen“, sagte Kai Nagel, Leiter des Fachgebiets Verkehrssystemplanung und Verkehrstelematik an der Technischen Universität Berlin, Anfang der Woche. Sinnvoll erscheine der Einsatz der Tests etwa vor bestimmten Aktivitäten wie Besuchen in der Freizeit. (dpa)

Kalayci: Fast alle über 80-Jährigen in Berlin geimpft

Die über 80-Jährigen in Berlin sind fast alle geimpft worden. Das sagte Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD) am Donnerstag bei der Fragestunde im Berliner Abgeordnetenhaus

Am Mittwoch seien über 10.000 Einladungen an über 70-Jährige verschickt worden, heute über 25.000, am Freitag und Samstag sollen je 28.000 und am kommenden Dienstag noch einmal 15.000 Einladungen verschickt werden. „Damit haben wir bis Dienstag die 79-, 78- und 77-Jährigen eingeladen“, sagte Kalayci. 

Auch chronisch Kranke zwischen 65 und 70 Jahren können sich impfen lassen. Ursprünglich war geplant, dass die Betroffenen sich beim Arzt ein ärztliches Attest besorgen müssen. So sei es eigentlich in der Impfverordnung festgeschrieben, sagte Kalayci. Doch habe die Gesundheitsverwaltung keine Daten über Vorerkrankungen von Bürgern, die auch geimpft werden sollen. „Wir wissen nicht, wer eine Vorerkrankungen hat.“ Niedergelassene Ärzte hätten jedoch in Berlin ihre Ablehnung signalisiert, entsprechende Atteste in diesen Größenordnungen auszustellen.

Nun sei eine „neue Lösung“ mit der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) entwickelt worden. „Wir haben verabredet, dass die KV aufgrund der Abrechnungsdaten selbst identifiziert, welche Patienten diese Vorerkrankungen haben“, sagte Kalayci. Diese bekämen „proaktiv“ einen Code, mit dem sie einen Impftermin buchen könnten. Die 65- bis 70-Jährigen können sich mit einem mRNA-Impfstoff von Biontech/Pfizer oder Moderna impfen lassen.

Für die unter 65-Jährigen mit chronischen Erkrankungen habe die KV zugesagt, dass diese in Schwerpunktpraxen zum Beispiel für Onkologie oder Dialysen geimpft werden. „Wir liefern den Impfstoff, die Praxen impfen.“ Die KV will nächste Woche der Gesundheitsverwaltung mitteilen, wie viele Praxen impfen können. Dafür werde es auch eine Vergütung geben. 

Für die Zielgruppe der Menschen mit Trisomie 21, einer seelischen Behinderung oder anderen schweren psychischen Erkrankungen sei das Verfahren entwickelt worden, dass diese in Werkstätten und Wohneinrichtungen geimpft werden. Diese Personengruppe werde über „ein System der Eingliederungshilfe“ eingeladen. Impfen würden die mobilen Impfteams. Spätestens Mitte März sollen die Betroffenen dann ein Impfangebot erhalten. 

Berlins Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD).

Berlins Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD).
 
Bild:
Foto: Jörg Carstensen/dpa

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