Schlüsseltechnologie: Forschungsministerium schiebt Wasserstoff-Projekte an

Share with us

Forschungsministerin Anja Karliczek steckt frische Millionen in die Wasserstoff-Grundlagenforschung. Damit will sie die Basis für neue Produkte und Anwendungen legen. Wasserstoff-Rohrleitung Das Forschungsministerium treibt die Grundlagenforschung beim Thema Wasserstoff voran. Dadurch soll der Ausstieg aus der fossilen Energiestoffverbrennung beschleunigt werden. (Foto: dpa) Berlin Das Bundesforschungsministerium fördert 16 Projekte zur Wasserstoff-Grundlagenforschung mit insgesamt 56 Millionen Euro. „Mit…

Schlüsseltechnologie: Forschungsministerium schiebt Wasserstoff-Projekte an
Share with us


Forschungsministerin Anja Karliczek steckt frische Millionen in die Wasserstoff-Grundlagenforschung. Damit will sie die Basis für neue Produkte und Anwendungen legen.

Das Forschungsministerium treibt die Grundlagenforschung beim Thema Wasserstoff voran. Dadurch soll der Ausstieg aus der fossilen Energiestoffverbrennung beschleunigt werden. Quelle: dpa

Wasserstoff-Rohrleitung

Das Forschungsministerium treibt die Grundlagenforschung beim Thema Wasserstoff voran. Dadurch soll der Ausstieg aus der fossilen Energiestoffverbrennung beschleunigt werden.


(Foto: dpa)

Berlin Das Bundesforschungsministerium fördert 16 Projekte zur Wasserstoff-Grundlagenforschung mit insgesamt 56 Millionen Euro. „Mit der Entwicklung und dem internationalen Vertrieb von Wasserstofftechnologien haben wir die Riesenchance, einerseits unsere Wettbewerbsfähigkeit zu sichern und sie andererseits mit unserer Verantwortung für ein nachhaltiges Wirtschaften zu vereinen“, sagte Forschungsministerin Anja Karliczek (CDU) dem Handelsblatt.

An den 16 Projekten sind 71 Partner beteiligt. 48 der Partner stammen aus der Wissenschaft, 23 aus der Wirtschaft. Die Projekte sind Gewinner des Ideenwettbewerbs „Wasserstoffrepublik Deutschland“. Sie beschäftigen sich zum Beispiel mit neuartigen Elektrolyseverfahren zur Herstellung des Wasserstoffs  mit verbesserten Brennstoffzellen für den Schwerlastverkehr, aber auch mit klimafreundlichen Verfahren in der Chemieindustrie. 

Hinzu kommen neue Analyseverfahren, um weltweit geeignete Standorte für die Produktion von grünem Wasserstoff besser und schneller identifizieren zu können. Das ist besonders wichtig, weil Deutschland zwar in der Technologie weit vorn ist, die Bundesrepublik aber kein geeigneter Standort ist, um ausreichend Wasserstoff mit grünem Strom zu produzieren. 

Mehr als 100 weitere Projekte befinden sich in der Begutachtung für eine zweite Förderrunde des Wettbewerbs. Die Bewerbung für eine dritte Runde ist weiterhin möglich.

Top-Jobs des Tages

Jetzt die besten Jobs finden und

per E-Mail benachrichtigt werden.

Die Bundesregierung räumt dem Aufbau der kompletten Wertschöpfungskette für die Produktion, die Verteilung und Verwendung von grünem Wasserstoff hohe Priorität ein. Grüner Wasserstoff ist – im Unterschied zu blauem Wasserstoff – solcher, der mit erneuerbaren Energien erzeugt wird. 

Schlüssel zum Ausstieg aus fossiler Brennstoff-Energie

Im Juni 2020 hatte die Große Koalition ihre Wasserstoffstrategie vorgestellt. Im gleichen Monat  beschloss sie mit dem Konjunkturpaket zur Bekämpfung der wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie, insgesamt neun Milliarden Euro für die Umsetzung der Strategie bereitzustellen.

Von den neun Milliarden Euro entfallen zwei Milliarden auf den Aufbau von Wasserstoffpartnerschaften mit dem Ausland. Nach einhelliger Einschätzung von Politik, Wirtschaft und Wissenschaft kann Deutschland höchstens 30 Prozent seines künftigen Bedarfs an grünem Wasserstoff mit der Wasserstoff-Herstellung im eigenen Land decken. Der Rest muss also importiert werden.

Grüner Wasserstoff gilt als Schlüssel zum Ausstieg aus der Verbrennung fossiler Stoffe in industriellen Prozessen, aber im Schwerlast- und Flugverkehr. Unternehmen aus der Stahl- oder der Chemiebranche werden in den kommenden Jahren große Mengen an grünem Wasserstoff benötigen, um klimaneutral zu werden.

Industrieländer rund um den Globus investieren daher massiv in den Aufbau von Wasserstoff-Infrastruktur. „Aktuell erleben wir ein globales Wettrennen um die besten Ideen und darum, wer diese als Erster auf den Markt bringen kann“, sagte Stefan Kaufmann, Wasserstoff-Beauftragter der Bundesregierung. Mit den neuen Projekten zur Grundlagenforschung setze das Forschungsministerium in diesem strategisch hochrelevanten Bereich einen wichtigen Akzent.

Aus dem Ideenwettbewerb „Wasserstoffrepublik Deutschland“ sind zuvor bereits drei industriegeführte Großprojekte hervorgegangen. Dabei geht es um die Serienfertigung von Anlagen zur Herstellung von Wasserstoff, den sogenannten Elektrolyseuren, in Deutschland, die Erforschung günstiger Transportmöglichkeiten für Wasserstoff und eine Technik, um auf hoher See mithilfe von Windstrom an Ort und Stelle Wasserstoff zu erzeugen. Insgesamt sind daran fast 100 Großunternehmen wie Siemens, Thyssen oder RWE beteiligt, aber auch gut 30 kleinere. 

Zudem hat das Bundesforschungsministerium ein Programm aufgelegt, das ausländische Forscher anlocken soll, um die Technologie zur Nutzung von grünem Wasserstoff in Deutschland voranzubringen. 

Großes Lob zollte kürzlich die Expertenkommission Forschung und Innovation (EFI), die die Kanzlerin berät, der Wasserstoffstrategie. Der EFI-Vorsitzende Uwe Cantner empfahl jedoch, sie auch auf den Pkw-Verkehr auszudehnen, anstatt einseitig „die Elektromobilität so sehr zu priorisieren“.

Dass E-Autos keine Abgase in die Luft blasen, reiche nicht, da vor allem die Herstellung der Batterien sehr umweltschädlich sei. Es gelte daher, die Umweltschädlichkeit der E-Mobilität zu reduzieren und zugleich die Alternative Wasserstoff auch für den Verkehr voranzutreiben. Daher brauche Deutschland auch eine Ladeinfrastruktur für alle Varianten, also Strom und Wasserstoff. 

Mehr: Unternehmen machen Jagd auf Altmaiers Förder-Milliarden

Read More

(Visited 1 times, 1 visits today)

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *