Nur alle zusammen

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Schmelzende Kappen am Pol, Waldbrände in Kalifornien und Überschwemmungen in Deutschland: die Erfahrbarkeit des Klimawandelns rückt immer näher. Dass er bei uns angekommen ist, erleben wir hautnah, wenn sich in Berlin U-Bahn-Eingänge durch Starkregen zu Wasserfällen verwandeln, tropische Nächte uns den Schlaf rauben, Tiere und Pflanzen mit anhaltender Trockenheit kämpfen müssen. Der Klimaschutz ist eine…

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Schmelzende Kappen am Pol, Waldbrände in Kalifornien und Überschwemmungen in Deutschland: die Erfahrbarkeit des Klimawandelns rückt immer näher. Dass er bei uns angekommen ist, erleben wir hautnah, wenn sich in Berlin U-Bahn-Eingänge durch Starkregen zu Wasserfällen verwandeln, tropische Nächte uns den Schlaf rauben, Tiere und Pflanzen mit anhaltender Trockenheit kämpfen müssen. Der Klimaschutz ist eine der größten Herausforderungen für uns alle.

Relevante Forschung für die drängenden Klimaprobleme braucht auch und vor allem eins: die Vielfalt von Expertise. Technologische Lösungen müssen mit gestalterischen Aspekten zusammen gedacht, soziale Dynamiken einbezogen und rechtliche wie politische Prozesse adäquat verstanden werden. Klimaschutz ist also ein „collective action“-Problem. Entsprechend bedarf es (fast) aller wissenschaftlicher Disziplinen, um gemeinsam Lösungen zu finden. Und wo findet man eine hohe Vielfalt an Expertise? In unserer Hauptstadtregion! Das ist eine große Chance für unser Netzwerk Climate Change Center Berlin Brandenburg, dessen Aufbau 2019 begann.

Praktikable Lösungen

Die Technische Universität Berlin, die Freie Universität Berlin, die Universität der Künste Berlin wollen mit der Charité, der Universität Potsdam und dem Potsdam Institut für Klimafolgenforschung sowie zwei Dutzend anderen Forschungseinrichtungen praktikable Lösungen für die Handlungsfelder „Gesellschaft“, „Technologie“ und „Natur“ entwickeln. „Städte und der ländliche Raum“ bildet dabei die wichtigste Schnittmenge dieses Lösungsdreiecks. Die Region Berlin-Brandenburg eignet sich dafür als Modellregion in herausragender Weise, bietet sie doch ausgezeichnete Möglichkeiten für Reallabore. Mit ihnen wollen wir ganz konkrete Fragen klimafreundlicher Mobilität oder der Energiewende vor Ort erproben und herausfinden, wie mit Methoden der künstlichen Intelligenz CO2-freie Stadtplanung vorangetrieben werden kann. Von einer besseren Verzahnung in der regionalen Energieversorgung und der Kreislaufwirtschaft, über die Erweiterung der öffentlichen Verkehrsinfrastruktur, bis hin zu einer gemeinsamen Holzbau-Offensive gibt es schon viele konkrete Ideen. Das gilt auch für mehr Kooperation in Wissenschaft und Forschung. Unser Netzwerk kann hier Initiator und Motor zugleich sein.

Von Beginn an einbeziehen

Vor Ort finden wir auch alle betroffenen Partner*innen – egal ob in Politik, Wirtschaft, Vereinen oder Bürgerinitiativen. Wir möchten sie alle von Beginn an einbeziehen, ihre Stimmen hören, mit ihnen diskutieren, ihr Fachwissen nutzen, um wissenschaftlich fundierte, praktikable und nachvollziehbare Lösungswege aufzuzeigen und in den Reallaboren umzusetzen. In einem weiteren Schritt wollen wir Partner*innen aus der University of Cambridge, dem Massachusetts Institute of Technology oder der Princeton University integrieren. Sie alle wollen mit uns kooperieren. Wir sind auf dem Weg!

Der Autor ist Professor an der TU Berlin und am Mercator Research Institute on Global Commons and Climate Change. https://www.climate-change.center

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